Nachhaltige Wintertouren

von R. Newsome

aus der Reihe: Rücksichtsvoll unterwegs in der Natur, anderen Regionen und Kulturen

Verhalten im Winter, mit und ohne Schnee zum Anfang

Winter ist Ruhezeit.

Vielen von uns ist das nicht mehr bewusst. Der Mensch hat Mittel und Wege gefunden sich dem natürlichen Rhythmus von aktiver Zeit und passiver Zeit zu widersetzen: Wir powern nicht nur im Sommer sondern, aufgrund der genialen Erfindung des Lichtes und aufgrund gesellschaftlichen Drucks, auch in den Wintermonaten. Im Extremfall bis zu den möglichen Folgen chronische Schmerzen und Burnout.

Die Tiere und Pflanzen vor der Haustüre bleiben in unseren Breiten dem Wechsel der Jahreszeiten unterworfen und nutzen den Winter zur Ruhe, zum Sammeln vor der Vermehrungshektik im kurzen Bergsommer. Erhebliche Störungen in dieser Zeit führen auch in der Natur zu Stresssymptomen, die im Bergwinter zum Tode führen können – die Nahrung ist rar, die Temperatur gefährlich niedrig.

Es spricht aus Natur- und Umweltschutzsicht nichts dagegen Wintersport mit oder ohne Schnee zu betreiben.

Der Trick ist zu wissen wie wir uns draußen rücksichtsvoll verhalten:

AUS DEN 10 DAV EMPFEHLUNGEN FÜR WINTERTOUREN

1. Tourdauer:

auf ein sinnvolles Verhältnis von Anreise- zu Tourdauer achten
(mind. 1:3): Mehrtagestouren vor Tagestouren

2. An- und Abreise:

öffentliche Verkehrsmitteln nutzen oder Fahrgemeinschaften bilden; nur auf ausgewiesenen Plätzen parken, kein „wildes“ Parken in der Pampa oder vor Zufahrten.

3. Zu Gast im Tourgebiet:

Gastronomisches Angebot vor Ort nutzen; Zeit nehmen sich über Natur und Kultur des Zielgebietes zu informieren

4. Tour kennen:

auf den ausgewiesenen Routen bleiben; Markierungen, Schilder und Anweisungen beachten, z.B. „Skibergsteigen umweltfreundlich“, mit Hinweisen in AV-Karten abgleichen

5. Schneetouren nur bei genug Schnee unternehmen,

um Schäden an der Pflanzen- und Bodendecke zu vermeiden; Ski, Snowboard, Steigeisen an aperen Stellen abnehmen, auf Gestein treten

6. Aufforstungen, und Jungwald schonen,

die Arbeit der Aktion „Schutzwald“ des DAV (Freiwillige pflanzen Bergwald, für den Lawinen- und Murenschutz) wertschätzen, Pflanzen mit Sportgerät nicht verletzen

7. Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere respektieren

– in AV-Karte nachsehen, Hinweisschilder vor Ort beachten

8. Lebensräume und Rückzugsgebiete:

im Wald unbedingt auf angelegten Skirouten/Loipen, Forst- und Wanderwegen bleiben, Abstand zu Waldrand, Baum- und Strauchgruppen halten; auf Tierspuren achten, sichtbaren Wildtieren ausweichen und nur aus der Distanz beobachten, Fütterungsstellen umgehen, Hunde anleinen; Lärm vermeiden, damit Wildtiere nicht flüchten und sinnlos Energiereserven verbrauchen

9. Schonzeiten im Hochwinter beachten:

Dämmerungs- und Nachtfahrten einschränken. Gipfel, Rücken und Grate außerhalb präparierter Pisten vor 10 Uhr und nach 16 Uhr meiden (Raufußhühner auf Futtersuche)

10. Überreste:

alles was hoch genommen wurde wieder ins Tal mitnehmen, auch den Müll, diesen nicht auf der Hütte zurücklassen

Links zum Nachlesen

Deutschland:
Skitouren umweltfreundlich (auf: alpenverein.de)
Bergsport und Umwelt (auf: alpenverein.de)
Die 10 Wanderregel-Empfehlungen des DAV Bundesverbandes (auf: alpenverein.de)
Schweiz:
Schneesport mit Rücksicht – Respektiere deine Grenzen in der Schweiz (Kampagne: respektiere-deine-grenzen.ch)
Österreich:
Respektiere deine Grenzen in Österreich (Kampagne: respektiere-deine-grenzen.at)